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Die Fabrik für Tunnelelemente, die in Rødbyhavn gebaut wird, kann möglicherweise für weitere Projekte als nach der Fehmarnbelt-Querung genutzt werden. Foto: Femern A/S

Im Parlament besteht ein breiter politischer Konsens über die Verlängerung der Lebensdauer der Fabrik, dass die Tunnelelemente für die Fehmarnbeltquerung produzieren wird.

Ursprünglich sollte die Fabrik abgerissen werden, nachdem das letzte Element fertiggestellt ist.

Aber jetzt besteht ein politischer Wille, dass die Fabrik in der Zeit nach dem Fehmarn-Projekt Elemente für andere Projekte produzieren soll.

Dies könnte für den neuen Hafentunnel in Kopenhagen, für eine künftige Kattegat-Verbindung, für eine neue Limfjord-Verbindung und für eine feste Verbindung zwischen Als und Fünen sein.

Als Möglichkeiten wurden auch die Produktion von Elementen für künftige dänische Energieinseln sowie Lieferungen an ausländische Infrastrukturprojekte genannt.

Gut für die Beschäftigung

In der Infrastrukturvereinbarung, die im Juni dieses Jahres von einer Mehrzahl von Parteien im Parlament beschlossen wurde, werden die Erhaltung der lokalen Arbeitsplätze auf Lolland und die Finanzierbarkeit künftiger Infrastrukturprojekte als starke Argumente für die Beibehaltung der Tunnelfabrik nach Fertigstellung des Fehmarnbelt-Projekts hervorgehoben.

Das staatliche Unternehmen Sund & Bælt wurde beauftragt, ein Modell für die Eigentumsverhältnisse und den Betrieb der Fabrik zu entwickeln, das u. a. mit den EU-Vorschriften über den freien Wettbewerb in Einklang steht.

Im Prinzip kann der Staat weder für den Betrieb der Fabrik verantwortlich sein, noch kann er einen Auftragnehmer verpflichten, die Tunnelelementefabrik in Rødbyhavn als Produktionsstätte zu nutzen.

Der Staat kann dem Auftragnehmer jedoch die Fabrik zur Verfügung stellen und die Bedingungen so attraktiv gestalten, dass es dem Auftragnehmer schwerfällt, sie abzulehnen.

Bauherr Liefer-Modell

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Geschäftsführer Claus F. Baunkjær, Sund & Bælt soll eine Lösung für die Zukunft schaffen. Archivfoto: Femern A/S

Der ehemalige Geschäftsführer von Femern A/S, Claus F. Baunkjær, jetzt Geschäftsführer der Sund & Bælt Holding A/S, wurde mit der Aufgabe betraut, eine praktikable Lösung zu finden.

"Wir denken über ein Modell nach, bei dem das nächste große Infrastrukturprojekt, das wir an private Auftragnehmer vergeben, eine Vereinbarung enthält, dass der Auftragnehmer die Fabrik nutzen kann. Wir werden die Fabrik zur Verfügung stellen, und die Auftragnehmer können diese auf die gleiche Weise nutzen wie FLC (das Konsortium Femern Link Contractors, Anm. d. Red.)", erklärt Claus F. Baunkjær gegenüber der Zeitung Folketidende von Lolland-Falster.

Er nennt es "Bauherr Liefer-Modell".

In seinem Bemühen um ein Zukunftsmodell verhandelt Sund & Bælt derzeit u. a. mit Femern Link Contractors, welche die Fabrik bauen, diese während der Bauzeit des Fehmarnbelt-Projekts betreiben wird und nach den ursprünglichen Plänen auch für ihren Abriss verantwortlich sein sollte.