Das Milliardenprojekt ist nicht nur eine dänische Verbindung. Sie wird auch für Deutschland und ganz Europa von großer Bedeutung sein, sagt Direktor Bernd Jorkisch vom HanseBelt Initiativkreis e.V.

Die Fehmarnbelt-Querung wird die Menschen näher zusammenbringen – in einem Europa, das nach wichtigem Zusammenhalt sucht.

Das meint Konsul Bernd Jorkisch, Direktor des deutschen HanseBelt e.V., zu dem über 120 führende Unternehmen in der HanseBelt Region zwischen Hamburg und Fehmarn als aktive Mitglieder zählen. Sie übernehmen Verantwortung für die positive Entwicklung des HanseBelts als wichtige Teilregion der Metropolregion Hamburg.  

„Die Querung wird nicht nur eine physische Verbindung sein, sondern auch eine mentale Brücke für Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sport. Sie verleiht der Fehmarnbelt-Region enorme Wachstumsimpulse, sichert Arbeitsplätze, internationalen Zusammenhalt und allgemeinen Wohlstand,“ sagt Bernd Jorkisch.

20 Jahre mit der Fehmarnbelt-Querung
Bernd Jorkisch ist über verschiedene Funktionen seit mehr als 20 Jahren mit dem Fehmarnbelt-Projekt verbunden und hat dessen Weg sehr genau verfolgt.

„Gespräche mit schwedischen, dänischen, finnischen und deutschen Politikern, mit Unternehmern aus allen Branchen, Menschen der Region sowie mit Umweltorganisationen haben mich überzeugt, dass die Fehmarnbelt-Querung in erster Linie für die Fehmarnbelt-Region, aber gleichzeitig auch für Skandinavien und Deutschland ein Gewinn sein wird, und damit letztlich für ganz Europa “ sagt Konsul Jorkisch.

Umwelteinflüsse sind unumgänglich
"Kritiker der Fehmarnbelt-Querung glauben, dass das Projekt eine Belastung für die Umwelt darstellt und den Bewohnern an der Streckenführung erhebliche Lärmbelästigungen verursachen wird?"

„In Bezug auf die Umweltauswirkungen ist der Tunnelbau unter der Ostsee das wohl am besten beleuchtete Infrastrukturprojekt in globaler Hinsicht. Fast 200 international anerkannte Biologen, Geographen und Ingenieure arbeiten seit mehreren Jahren an umfassenden Umweltanalysen. Es wurden hier nicht weniger als 70 Mio. EURO investiert. Somit bin ich sehr zuversichtlich, dass das Tunnelprojekt auch unter Anbetracht von anspruchsvollen Umweltgesichtspunkten positiv zu bewertet ist,“ erklärt der HanseBelt Direktor.

Er weist weiter darauf hin, dass die Fehmarnbelt-Querung den Zugverkehr attraktiver machen und Güter von der Straße auf die Schiene bringen wird, wodurch die Umweltbelastung sich verringert.

"Durch die Sicherstellung qualitativ hochwertiger Verkehrswege, die auch den erwarteten Anstieg des künftigen Verkehrs bewältigen können, leistet die feste Fehmarnbelt-Querung einen nachhaltigen Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele der EU", konstatiert Jorkisch. „Natürlich wird ein so großes Projekt Auswirkungen auf die Umwelt haben und es gibt Bewohner entlang der Streckenführung, die direkt betroffen sein werden. Deshalb müssen wir grenzüberschreitend und interessensausgleichend zusammenarbeiten, um bestmögliche Lösungen zu finden. Nicht alle Wünsche können erfüllt werden, aber das rüttelt nicht an der Tatsache, dass die feste Fehmarnbelt-Querung für uns alle zu einer Win-Win-Situation avanciert, wenn wir die vor uns liegenden Chancen gemeinsam entschlossen nutzen.“

Viele Vorteile auch für die deutsche Wirtschaft
„In der Debatte erscheint die Fehmarnbelt-Querung oft als dänisches Projekt, das für Deutschland wenig Bedeutung hat. Welche Vorteile ziehen deutsche Unternehmen aus der Verbindung? “

„Ich sehe viele und sehr bedeutende Vorteile für die norddeutsche Wirtschaft, die durch die Realisierung des Belt-Projektes attraktivere Rahmenbedingungen mittels einer verbesserten Infrastruktur erhält. Der erleichterte Zugang zu einem größeren Markt in der zukünftigen Fehmarnbelt-Region, einer attraktiven Wachstumsregion von Hamburg bis Kopenhagen-Malmö mit etwa 10 Millionen Einwohnern, schafft verlässlich Wachstum und Beschäftigung."

„Insbesondere werden Unternehmen von einem neuen zusammenhängenden internationalen Arbeitsmarkt und dem damit attraktiveren Arbeitskräfteangebot profitieren. Ich bin weiter davon überzeugt, dass die feste Verbindung eine neue Unternehmenskultur zum Wohle der Beschäftigten befördern wird, eine sehr moderne Unternehmenskultur, die hanseatische und skandinavische Denkweisen verbindet,“ sagt Bernd Jorkisch.

Er weist darauf hin, dass das gegenseitige Handelsvolumen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark über 4 Mrd. EURO beträgt. Dänemark ist der wichtigste Exportmarkt für Schleswig-Holstein. Fast 21 Prozent der gesamten dänischen Importe stammen aus Deutschland und umgekehrt gehen 18,2 Prozent der dänischen Exporte nach Deutschland.

„Gute Geschäfte erfordern gute Verbindungen. Daher wird sich der dänisch-deutsche Handel mit der bevorstehenden festen Fehmarnbelt-Querung noch positiver entwickeln und damit wertvolle Arbeitsplätze und gewünschten Wohlstand für die Menschen sichern,“ erklärt Bernd Jorkisch.

Arbeitsplätze und Tourismus
Jorkisch sieht nicht nur Chancen durch die Fehmarnbelt-Querung, wenn diese fertiggestellt ist, sondern weist auch auf eine Reihe von Vorteilen im Bauprozess dieses hin.

„Es wird nicht nur beim Tunnelbau selbst viel Beschäftigung geben, sondern auch in Unternehmensbereichen, die zum Beispiel diverse Serviceleistungen rund um das Bauprojekt erbringen. Prognosen gehen von 6.000 bis 9.000 Arbeitnehmern während der Bauzeit aus, und danach werden etwa 300 Personen mit Wartungsarbeiten und anderen Aufgaben an der neuen deutsch-dänischen Verbindung beschäftigt seinDas moderne Bauwerk wird zu einem touristischen Ziel für Interessierte und dem allgemeinen Tourismus in der Fehmarnbelt-Region ist von Fachleuten ein Umsatzzuwachs vorausgesagt.“

Er weist auch auf das internationale Interesse am Tunnelbau hin.

"Nordeuropas größtes Infrastrukturprojekt rückt die Fehmarnbelt-Region in den Mittelpunkt Europas. Der Blick internationaler Größen richtet sich auf unsere Zukunftsregion – das sind technisch Interessierte genauso wie Wirtschaftslenker und politisch motivierte Akteure. Menschen vielfältiger Couleur, national wie international, blicken gespannt auf das Geschehen rund um den Fehmarnbelt-Tunnel. Die mit dieser Baumaßnahme entstehende neue europäische Zukunftsachse zwischen Hamburg und Kopenhagen begeistert bereits heute Investoren und Wirtschaftsexperten gleichermaßen," sagt Bernd Jorkisch.

Enorme Bedeutung für Europa
„Die Debatte um das Fehmarnbelt-Projekt ist oft von einer sehr lokalen und regionalpolitischen Perspektive geprägt. Aber es gibt auch einen europäischen Blickwinkel, nicht wahr?“

"Ja, natürlich und der ist sehr relevant. Die Fehmarnbelt-Querung schließt eine große Lücke im europäischen Verkehrsnetz – das ist einer der Gründe, warum die Europäische Union das Infrastrukturprojekt mit großer Entschlossenheit fördert.  Die Verbindung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung des skandinavisch-mediterranen Korridors innerhalb Europas. Diese leistungsfähige Verbindung lässt Nord- und Südeuropa näher zusammenrücken und stärkt den Binnenmarkt und den freien Dienstleistungsverkehr. Das alles ist gut für die Menschen und gut für die Wirtschaft.“ 

Die feste Querung über den Fehmarnbelt ist ein Schlüsselprojekt bei der Realisierung des von der Europäischen Union festgelegten Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Die Politik der transeuropäischen Verkehrsnetze beruht auf der Erkenntnis, dass leistungsfähige und gut vernetzte Infrastrukturen von zentraler Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand der Europäischen Union sind. Die Querung ist somit eines von fünf vorrangigen Projekten im laufenden EU-Finanzierungsprogramm für „Connecting Europe Facility“.

„Die Verwirklichung dieses zukunftsorientierten Verkehrsnetzes ist ein Gewinn für uns alle, es kann aber auch für einen Teil der Bevölkerung entlang der Trasse zu Belastungen führen. Die Sorgen dieser Menschen müssen wir aufmerksam hören und ihnen betreffs ihrer Bedürfnisse soweit wie irgend möglich helfen und entgegenkommen. Fest steht aber auch: ein Projekt mit so enormer Bedeutung und internationaler Tragweite, wie die feste Fehmarnbelt-Querung es für Europa darstellt, darf keinesfalls ausgebremst werden,“ resümiert Konsul Bernd Jorkisch und schließt an: “Ich habe da auch keine Sorge, denn Dänemark hat den Startschuss zum Bau bereits gegeben und in Deutschland werden wir in absehbarer Zeit nachziehen.“